Die 7 Fahrradtouren
Seit ich Anfang 2025 mit dem Gym angefangen hatte, war ich motiviert mich auf andere Weisen sportlich zu betätigen. Mit der Zeit wollte ich mir ein Fahrrad zulegen und nach meinen ersten kleinen Touren lernte ich den Spaß am Fahrrad fahren neu kennen. Mit den Monaten kristallisierte sich ein Gedanke. Ich möchte große Fahrradtouren machen und mich selbst herausfordern. Ich möchte mich selbst herausfordern und herausfinden wie weit ich komme.
Die 1. Fahrradtour - Bernau
Bernau bei Berlin habe ich schon öfters besucht. Unteranderem, weil Freunde dort wohnen oder gewohnt haben. Auch das dort stattfindende Hussitenfest ist ein Besuch wert.
Als Start meiner großen Fahrradtour entschied ich mich für Bernau. Die Fahrt habe ich mit komoot aufgenommen und war für mich eine Herausforderung, aber den Weg auf mich zu nehmen und damit eine mentale Reise anzutreten, war die richtige Entscheidung. Als ich in Bernau ankam, machte ich im Ristorante Casa Vicina Rast und genoss das italienische Essen. Danach fuhr ich wieder nach Hause und genoss nicht nur den kleinen Blick auf den Sonnenuntergang, sondern auch den mentalen sowie auch den sportlichen Sieg. Die erste Tour war überstanden. Weitere werden folgen.
Die 2. Fahrradtour - Liepnitzsee in Wandlitz
Die Hinfahrt
Für meine 2. Fahrradtour wollte ich eine längere Strecke als Bernau bei Berlin fahren. Durch eine Empfehlung habe ich mich dann für den Liepnitzsee in Wandlitz entschieden. Ich hätte den Liepnitzsee auch einfach mit Bus und Bahn erreichen können, doch ich wollte mir selbst etwas beweisen. Schaffe ich es die Strecke bis hin zum Liepnitzsee nur mit dem Fahrrad? Habe ich genug Ausdauer, um diese Tour hinzukriegen?
Da das Ziel ein See war, war der Reiz einen Sonnenuntergang zu schnappen groß. Mit diesem Gedanken habe ich mich zudem dazu entschieden ein Hotel in der Nähe zu buchen, sodass ich mich nach der Tour ausruhen, die Umgebung in Ruhe erkunden und am Abend nach einem Sonnenuntergang am See suchen kann. Doch die Realität ist oft anders als in der Theorie.
Ich habe die Tour tatsächlich geschafft. Doch ich merkte mit der Zeit, dass es mir gar nicht bei der Tour um einen Sonnenuntergang ging. Es ging mir vielmehr darum die Fahrradtour wirklich zu schaffen und das Ziel zu erreichen ohne auf alternative Verkehrsmitteln angewiesen zu sein. Ich merkte auch, dass der Aufenthalt in einem Waldhotel wirklich sehr angenehm war um wieder zu Kräften zu kommen, aber auch abseits von der Großstadt die Natur zu genießen war eine sehr schöne Abwechslung.
Die Rückfahrt
Eine Nacht im Waldhotel Wandlitz mit dem gemütlichen Hotelzimmer sowie der Verpflegung hat sehr viel dazu beigetragen, dass ich motiviert genug war, die Heimfahrt auch auf dem Fahrrad anzutreten. Unteranderem war es die Hot Stone Massage im Hotel oder aber mein Stolz. Vielleicht war es auch beides, dass mich dazu verleitete auch die Fahrt nach Hause auf alternative Verkehrsmitteln zu verzichten. Die Fahrradtour zurück verlief nicht auf den gleichen Weg wie auf der Hinfahrt, Da ich auch diesmal Google Maps folgte und dachte damit auf dem gleichen Weg nach Hause zu fahren, wurde ich eines besseren belehrt. Wie man so schön sagt, gibt es mehrere Wege nach Rom. In meinem Fall war es eine Fahrt durch den Wald. Würde ich den Waldweg nochmal antreten? Vermutlich nicht. Es war wesentlich ruhiger, dennoch hatte ich während der Fahrt ein mulmiges Gefühl gehabt. Vielleicht bin ich auch solche Wege noch nicht gewohnt. Aber ich bin trotzdem froh, diesen Weg genommen zu haben. Es war zwar eine große Hürde zwei Tage hintereinander eine längere Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen, doch am Ende wusste ich welchen Hindernis ich da überwunden und welchen Erfolg ich da für mich verbucht hatte. Es war nicht nur ein Kampf gegen die Angst, sondern auch ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Es war ein Sieg auf ganzer Linie.
Die 3. Fahrradtour - Seehotel Mühlenhaus in Chorin
Die Strecke
Zwei Fahrradtouren waren abgeschlossen und das Gefühl eine größere Strecke zu schaffen, wuchs. Vielleicht war es auch mein Ego, der für mich übernahm oder auch den Willen die geplanten Ziele zu erreichen. Was auch immer dahinter sich verbirgt, brachte mich jedenfalls zum Seehotel Mühlenhaus in Chorin.
Das Wetter dieser Woche war nicht wirklich das Beste. Es war sehr wechselhaft, aber als ich das Wochenendwetter sah und es obendrein auch noch wegen Christi Himmelfahrt ein verlängertes Wochenende war, entschied ich mich spontan bei gutem Wetter für die Tour.
Das Wetter war tatsächlich nicht das Problem, sondern vielmehr die Strecke selbst. Auf meiner 2. Tour habe ich für Hin- und Rückfahrt ca. 50km zurückgelegt. Zum ersten Mal aber über 50km auf einer Strecke zurückzulegen, war eine größere Herausforderung als gedacht. Ich hatte damit zu kämpfen, dass ich mich am Anfang verfahren hatte. Dann kam noch technische Probleme zwischendurch dazu. Probleme, die aber weniger ein Hindernis und vielmehr eine Erfahrung wurden. Ich wäre tatsächlich überrascht, wenn ich auf direktem Wege zum Ziel gekommen wäre und die technischen Probleme zwangen mich zu einer kleinen Pause um mich richtig zu stärken. Unverzichtbar bei so einer größeren Tour und mit Erfahrung war ich entsprechend auch mit stärkenden Energiequellen ausgestattet, sodass ich die Strecke bis zum Ziel schaffte. Irgendwo mittendrin fragte ich mich, warum ich das mache und ob ich nicht vielleicht sogar aufgeben sollte. Doch als ich mein Ziel erreichte, wusste ich, das nicht aufzugeben die beste Entscheidung war. Am Ende war es ein Sieg gegen meinen inneren Schweinehund.
Das Ziel
Ich kannte bereits mein Ziel von meinen Reisen durch die Bundesländer. Ich wusste also was mich bei gutem Wetter erwarten würde. Chorin ist verbunden mit viel Natur und das Seehotel Mühlenhaus, wie der Name schon andeutet, mit einem See mit Blick nach Westen gesegnet.
Mich erwartete zwar diesmal kein Wellnesserlebnis, aber die Ruhe der Natur und der verbundene See war ein ähnlicher Ausgleich. Ich wurde nicht massiert, aber die frische Luft der Natur in seiner reinsten Form sowie den Ausblick zum See bei Sonnenuntergang waren wirklich erfrischend. Es war eine andere Art der Erholung.
Die Anstrengung des Tages war zwar nicht erheblich verschwunden, aber es war trotzdem erholsam. Die Aussicht auf den Sonnenuntergang mag zwar diesmal anders sein, als beim letzten Besuch. Doch so wie jeder Sonnenuntergang eine individuelle Schönheit besitzt, hat er auch diesmal seinen ganz eigenen Charakter. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.
Ursprünglich war angedacht, dass ich nach dem Erreichen des Seehotels am Abend noch zum Amtssee fahre um mir dort ein Sonnenuntergang zu suchen. Doch ich merkte am nächsten Morgen bei der Fahrt zum Bahnhof um nach Hause zu kommen deutlich, dass es eine gute Entscheidung war nicht zu viel zu wollen. Die Strecke vom Hotel zum Bahnhof Chorin mag zwar keine große sein, doch nach über 50km allein auf der Hinfahrt wären die kurzen Steigungen zum Amtssee eine deutliche und vielmehr unnötige Herausforderung geworden. Ich bin daher sehr froh darüber, dass ich im Hotel geblieben, dort zum Abend gegessen und es mir anschließend am See des Hotels gut gehen ließ.